Frauenhetz – Projekte > Kooperationen

Seit Beginn unserer Bestehens im Jahr 1991 ist die Frauenhetz Teil der feministisch-kritischen Öffentlichkeit in Österreich und vernetzt sich kurz- und längerfristig (auch) in Veranstaltungskooperationen, u.a. in der Feministischen Tischgesellschaft/Plattform 20.000 Frauen, Frauensommer/frühlingsuniversitäten in Österreich sowie international unter anderem auf Atgender- und EL-FEM-Tagungen und Konferenzen.
Die Bürogemeinschaft der Frauenhetz bilden:
Efeu
Margarethe Schütte-Lihotzky Club
Verein START-Stipendien 

Die Frauenhetz ist im Dachverband Österreichischer Frauenring vertreten und nimmt regelmäßig an den Vernetzungstreffen teil.
Weiters ist die Frauenhetz ist Teil der Arbeitsgemeinschaft „Demokratie braucht Bildung“.

Aktuelle Informationen zu Kooperationen im Dachverband Österreichischer Frauenring und der Vernetzung mit einer feministisch-kritischen Öffentlichkeit in Österreich:
Am 17. Juli 2018 hat der Frauenring einen Offenen Brief an die Regierung gerichtet. Parallel dazu haben Organisationen österreichweit eine gemeinsam verfasste Presseinformation zu den aktuellen Kürzungen veröffentlicht!

Link zum Offenen Offenen Brief des Frauenrings an die Regierung www. frauenring.at/

In Arbeit: Button zum Anklicken: Zur gemeinsam verfassten Presseaussendung von feministischen Organisationen aus ganz Österreich:

Presseaussendung vom 18. Juli 2018 Frauen / Zivilgesellschaft / Frauenpolitik
Frauenpolitik ist mehr als Gewaltschutz
Feministische Organisationen protestieren gegen Förderkürzungen durch das Frauenministerium

Im Laufe des Monats Juni erhielten mehrere Einrichtungen, die feministische emanzipatorische Bildungs- und Informationsarbeit betreiben, vom Frauenministerium die Mitteilung, dass die Fördermittel für das laufende Jahr zur Gänze gestrichen oder empfindlich gekürzt werden. Der Entzug von vergleichsweise geringen Summen stellt für diese Organisationen, die ohnehin unter sehr prekären Bedingungen arbeiten, eine existenzielle Bedrohung dar.

Wie bereits berichtet, wurde der feministisch-entwicklungspolitischen Zeitschrift „Frauen*solidarität“ die Foörderung des Frauenministeriums komplett gestrichen. Nun wurde bekannt, dass auch dem Verein „Frauenhetz“, der feministische Bildungs- und Kulturarbeit betreibt, die gesamte Unterstützung vom Frauenministerium abgesagt wurde. Auch dem Frauenarbeitskreis der „Österreichischen Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung“ (ÖBV-Via Campesina Austria), der seit fast 30 Jahren emanzipatorische Bildungsarbeit für Frauen am Land betreibt, wurde die bisherige Unterstützung von 16.000 Euro auf die Hälfte gekürzt. Der seit 1974 existierende „Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft“ (AEP), der in Innsbruck unter anderem eine Familienberatungsstelle, eine feministische Zeitschrift sowie eine öffentliche Bibliothek mit Bildungs- und Kulturarbeit betreibt, hat mit einer Kürzung der Fördermittel um 20% zu kämpfen. Von einer gänzlichen Streichung der bisherigen 5.500 Euro Förderung ist der Verein „One Billion Rising Austria“ (OBRA) betroffen. OBRA setzt sich im öffentlichen Raum für ein Ende der Gewalt an Frauen* und Mädchen* ein und hat dafür einige Preise erhalten.

Viele Frauenorganisationen machen sehr viel aus vergleichsweise geringen Fördersummen. Einige der genannten Organisationen sind schon jetzt stark auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen, aber auch sie haben Kosten. „Es war bisher schon schwierig, mit so kleinen Budgets zu arbeiten. Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergehen soll. Die Streichung vom Frauenministerium gemeinsam mit anderen Förderausfällen ist existenzbedrohend für uns“, so Aiko Kazuko Kurosaki von OBRA.

Als Grund für die Kürzungen und Streichungen werden vom Frauenministerium das begrenzte Budget und der Schwerpunkt auf Gewaltopfer genannt. Frauenministerin Bogner-Strauß gibt jedoch auch Gewaltprävention als eigenen Schwerpunkt an. Die betroffenen Fraueninitiativen argumentieren, dass sie auch im Bereich der Prävention und des Empowerment arbeiten. „Emanzipatorische Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit wirkt vorbeugend gegen Gewalt und Ausbeutung“, so Birge Krondorfer, politische Philosophin und Mitbegründerin der „Frauenhetz“. Gewaltschutz sei wichtig, aber es brauche auch eine aktive Politik gegen jene Strukturen, welche die Gewalt produzieren. „Wir in der ÖBV betreiben Bewusstseinsbildung für Frauen mit Blick auf „das große Ganze“. Wir setzen uns ein für ein „Gutes Leben für Alle“, beschreibt Maria Vogt, Biobäuerin im Weinviertel, ihr Engagement. Dazu gehört auch der Blick über den nationalen Tellerrand. Die ÖBV-Frauen sind über die Kleinbäuer_innenbewegung „La Via
Campesina“ weltweit vernetzt. Bei der „Frauen*solidarität“ liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der internationalen Vernetzung von Fraueninitiativen und feministisch-entwicklungspolitischer Informations- und Bildungsarbeit.

In den von Kürzungen betroffenen Initiativen engagieren sich seit vielen Jahren Frauen für Frauen- und Menschenrechte, zeigen Probleme in diesen Bereichen auf und treten für alternative Lebenskonzepte ein. Mit relativ wenig öffentlichen Geldern wird so wichtige Arbeit für die Gesellschaft geleistet. Die angekündigten Kürzungen bedeuten für diese Initiativen einen existenziellen Einschnitt in ihre Arbeitsfelder oder überhaupt das Ende. Die Organisationen fordern gemeinsam von der Frauenministerin, die angekündigten Kürzungen zu überdenken und Gespräche mit den betroffenen Einrichtungen zu führen. „Wir wünschen uns ein ausgeglichenes Förderkonzept, das die begonnene Arbeit ermöglicht und wertschätzt“, so Claudia Temper, Geschäftsführerin der Frauen*solidarität.

Die oben genannten Organisationen, die sich für eine emanzipatorische Bildungs- und Informationsarbeit einsetzen, sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs von Kürzungsbetroffenen. „Wir wissen von vielen weiteren Frauenorganisationen und feministischen Projekten, die aktuell von Kürzungen des Frauenministeriums, aber auch von anderen öffentlichen Stellen betroffen sind. Manche haben bisher nur mündliche Rückmeldungen auf ihre Anträge erhalten und gehen deshalb noch nicht an die Öffentlichkeit“, so Lisa Gensluckner von AEP Innsbruck. Ende Juni hat die ehemalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eine parlamentarische Anfrage an die aktuelle Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß gestellt. Laut Heinisch-Hosek wurde in den Debatten für das Doppelbudget 2018/19 nicht ausreichend geklärt, welche Vereine und Institutionen vom Frauenministerium in Zukunft unterstützt werden sollen. Außerdem ist offen, welche inhaltlichen Schwerpunkte die Frauenministerin im Jahr 2018/19 setzen wird. Weiters fehlt noch der Überblick, welche feministischen Einrichtungen in Österreich alle von Kürzungen und Streichungen betroffen sind.

Kontakte für Rückfragen an betroffen Organisationen:
– Frauenarbeitskreis der Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV-Via Campesina Austria), österreichweit, Maria Vogt, maria.vogt@tele2.at, 0660 4076144, www.viacampesina.at

– Frauenhetz, Wien, birge.krondorfer@chello.at; oder Frauenhetz-Office: 01-7159888, http://frauenhetz.jetzt/

– Frauen*solidarität, Wien, 01-3174020-0, office@frauensolidaritaet.org, http://www.frauensolidaritaet.org/

– Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft – AEP, Innsbruck, office@aep.at, www.aep.at

– One Billion Rising Austria (OBRA), Wien, Aiko Kazuko Kurosaki, kazuko.kurosaki@chello.at, onebillionraising.at

Kontakt für Rückfragen an unterstützende Organisationen:
WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven, www.wide-netzwerk.at/, Tel: 01-3174031, office@wide-netzwerk.at

Weitere Informationen:
– Zur parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Gabriele Heinisch-Hosek: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/J/J_01157/index.shtml

– Österreichischer Frauenring, www.frauenring.at/

——————————————————————————————————–Wir werden laufend über die aktuellen Entwicklungen informieren. Im Herbst sind weitere Aktionen geplant, Infos dazu folgen in Kürze.

Das Team der Frauenhetz
WEIL ES FEMINISMUS BRAUCHT…
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Aktuelles aus der Arbeitsgemeinschaft „Demokratie braucht Bildung“ 2018:
Im Juni 2018 hat die Arbeitsgemeinschaft „Demokratie braucht Bildung“ eine Stellungnahme zur Medienenquete der Bundesregierung (7. und 8. Juni) verfasst. Das Bundeskanzleramt hatte um Anregungen zur Enquete ersucht.

In Arbeit: Button zum Anklicken:

Stellungnahme Medienenquete der Arbeitsgruppe Demokratie braucht Bildung (Volltext, Mai 2018)
Der öffentlich rechtliche Rundfunk in Österreich gehört den Bürgerinnen und  Bürgern des Landes, denn sie kommen mit ihren GIS-Gebühren für den Großteil der Einnahmen dieser Institution auf. Es ist ein Beweis der demokratischen Reife unseres Gemeinwesens, ein Medium zu haben, das ohne Marktdruck seiner Verpflichtung als Informationsquelle, Kultur- , Bildungs- und Unterhaltungsinstitution nachkommen kann. ORF-Gebühren zu bezahlen entspricht einem Solidaritätsprinzip. Mit seinen Programmen dient der ORF als Kitt der Gesellschaft und ist für die Weiterentwicklung der Demokratie ein zentrales Medium. Die Vielfalt des Angebots wie Internationalität und Regionalität, Sendungen für Minderheiten, Religionssendungen, die Förderung heimischer Kunst wie z.B. des österreichischen Films, aber auch durch Berichterstattung wird und kann ein kommerzieller Sender niemals bieten. Es wäre eine demokratiepolitische Demontage des ORF, wenn die Finanzierung aus dem Budget erfolgen müsste, denn die Erfahrung in vielen Ländern zeigt, dass eine solche Umstellung zu drastischen Einschränkungen der Mittel und zur Abhängigkeit von den jeweiligen Regierungen geführt hat. Man würde den ORF dadurch der unkontrollierbaren Einflussnahme der jeweils Machthabenden ausliefern. Überlegungen, wie Stiftungsrat und Publikumsrat zu wählen wären, um diese Gremien demokratischer zu gestalten, sind wünschenswert.

Bei aller angemessenen Kritik an der Programmgestaltung des ORF – z.B. ist es nicht ersichtlich, wie der Vorgabe, im Hauptabendprogramm gehaltvolle Sendungen anzubieten, derzeit nachgekommen wird – so ist der ORF dennoch ein seriöses informatives Medium. Leider muss man sagen, dass er ist fast das einzige in diesem Land ist, da sowohl die kommerziellen Fernsehsender als auch die meisten Printmedien vor allem den Inserenten verpflichtet sind. Die verstärkte Zusammenarbeit des ORF mit den kommerziellen Anbietern lehnen wir deshalb strikt ab – sie haben grundverschiedene Aufgaben, wie ja eindeutig aus dem ORF-Gesetz und dem Leitbild des ORF ersichtlich ist. Information und Unterhaltung als handelbare Ware, wie es das Selbstverständnis der kommerziellen Sender ist, ist mit einem Anspruch, den Bedürfnissen unterschiedlichster Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern zu entsprechen und auch zur Förderung von Frauen, zur Integration von Randgruppen und Menschen mit Behinderungen beizutragen, sowie einen Beitrag zur europäischen Integration und zum Verständnis internationaler und globaler Zusammenhänge zu leisten, nicht vereinbar.

Weiters ist die öffentliche Medienförderung prinzipiell zu überdenken. Sie hat dem Anspruch, der an den ORF gestellt wird, zu entsprechen. Jürgen Habermas beschreibt das in der Süddeutschen Zeitung so: „Wenn Umorganisation und Einsparung … die gewohnten journalistischen Standards gefährden, wird die politische Öffentlichkeit im Mark getroffen. Denn die öffentliche Kommunikation büßt ohne die Belebung durch Argumente, die auf einer nicht gerade kostenlosen Expertise beruhen, ihre diskursive Vitalität ein. Die Öffentlichkeit würde den populistischen Tendenzen keinen Widerstand mehr entgegensetzen und könnte die Funktion nicht mehr erfüllen, die sie im Rahmen eines demokratischen Rechtsstaats erfüllen müsste.“ Es braucht deshalb eine diesen Kriterien verpflichtete Medienförderung und es ist nicht einsichtig mit Steuergeldern Medien zu fördern, deren einziges Interesse die Gewinnmaximierung der Eigentümer und die Verstärkung ihrer politischen Einflussnahme ist. Gratismedien sollen prinzipiell von der Förderung ausgeschlossen sein. Im Sinne der Vitalität der öffentlichen Kommunikation unterstützen wir die Forderungen des nichtkommerziellen Privatrundfunks, mit ihren Leistungen auf der Ebene lokaler, regionaler und nationaler kultureller Produktion gesetzlich besser abgebildet und damit gefördert zu werden.
Angesichts der neuen Phänomene im digitalen Zeitalter, wie Fake News oder Hass im Netz, werden Qualitätsmedien in allen Bereichen immer wichtiger. Die neuen Medien und die Digitalisierung der traditionellen Medien müssen an einer zeitgemäßen Strategie arbeiten, um dem Rechnung tragen zu können.

Für die Arbeitsgruppe Demokratie braucht Bildung:
Arbeitsgemeinschaft für regionale Kultur und Bildung
Joan Robinson – Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens
Katholische Frauenbewegung Österreichs
Katholische Sozialakademie Österreichs
Verein Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik
Transform.at
WIDE – Entwicklungspolitisches Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven

Wien, Mai 2018
(Volltext der Stellungnahme – Medienenquete der Arbeitsgruppe Demokratie braucht Bildung)